Mietwäsche mit einzelnen Ferienwohnungen nutzen
Wann sich ein Wäscheservice lohnt — auch für kleine Betriebe.
Du möchtest wissen, wie du Mietwäsche für einzelne Ferienwohnungen nutzen kannst? Als Gastgeber steht man immer vor der Entscheidung: Kaufe ich eigene Wäsche oder nutze ich stattdessen Mietwäsche?
Welche Option passt zu dir?
Welche Option die beste für dich als Gastgeber ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Hast du genug Platz bei deinen Unterkünften, um selbst zu waschen?
- Hast du eine trockene Lagerfläche?
- Hast du eigene Reinigungskräfte, die die Wäsche bei sich zuhause waschen können?
- Kann die Wäsche problemlos angeliefert werden (z. B. keine Stufen, jemand vor Ort für die Annahme …)?
- Möchtest du in hohe Erstanschaffungskosten investieren?
Eigene Wäsche
- Möglichkeit, selbst zu waschen, falls entsprechend Platz für Waschmaschine + Trockner vorhanden ist
- Maximale Kontrolle über Qualität, Design, Stoffe …
- Flexibel erweiterbar oder austauschbar
- Keine dauerhaften Lieferkosten
- Keine Vertragslaufzeiten oder Bindungen
- Eigenes Branding möglich
- Hoher anfänglicher Invest durch Erstanschaffungskosten
- Operativer Aufwand: Waschen, Trocknen, Mangeln/Bügeln, Fleckenkontrolle, Personalplanung
- Lager bei den Unterkünften notwendig
- Falls Selbstwaschen keine Option ist: lokale Wäschereien deutlich teurer als Mietwäsche
Mietwäsche
- Keine Erstanschaffungskosten
- Günstiger als lokale Wäschereien
- Geringerer Platzbedarf
- Operativer Aufwand geringer
- Schnell skalierbar
- Häufig Mindestmengen
- Vertragslaufzeiten
- Transportzuschläge
- Probleme bei der Anlieferung möglich
- Abhängigkeit vom Anbieter
- Weniger Auswahl bei Qualität, Design, Stoffen …
Welche Erfahrungen ich gemacht habe
Ich habe zwei Standorte mit jeweils zwei Ferienwohnungen. Am Standort A sind zwei Wohnungen in einem Haus mit Keller, der ebenerdig zugänglich ist, aber keine Anschlussmöglichkeit für Waschmaschine und Trockner hat. Am Standort B sind zwei einzelne Unterkünfte, die beide zwar einen Keller haben, der aber nur über einige Stufen erreichbar ist.
Der erste Versuch war die Anschaffung eigener Wäsche, die ich von lokalen Wäschereien aus den Kellern der Unterkünfte abholen, waschen und mangeln ließ. Das hat soweit gut funktioniert, allerdings waren die Wäschekosten extrem teuer (Beispiel: über 5 € pro Bettdecke).
Aus dem Grund habe ich auf Mietwäsche umgestellt und mir einen Anbieter gesucht, der die Frisch-/Schmutzwäsche in Transportboxen über UPS/GLS angeliefert bzw. abgeholt hat. Das war zwar günstiger als die lokalen Wäschereien, hat aber zu immensen operativen Schwierigkeiten geführt. Problem war, dass der Spediteur die Boxen oft einfach vor der Haustür abgestellt hat, wodurch sie nass wurden und meine Reinigungskraft die schweren (teilweise über 15–20 kg) Boxen in den Keller tragen musste. Teilweise wurden Boxen achtlos in den Hausflur geworfen, sodass es zu Beschwerden durch Nachbarn und Gäste kam. Teilweise wurden die Boxen mehrfach nicht abgeholt, weil „der Code für die Schlüsselbox nicht gewusst wurde", und es sammelte sich ein Berg Transportboxen. Außerdem waren allein die Transportkosten genauso teuer wie die Reinigung der Wäsche.
Zusätzlich ist mir aufgefallen, dass der Mietwäscheanbieter die Wäsche einfach vom deutlich größeren Anbieter Greif bezogen, seine eigenen Kosten und Marge aufgeschlagen, in kleinere Transportboxen aufgeteilt und an mich weiterverschickt hat.
Deshalb dachte ich mir: Warum nicht einfach Greif kontaktieren und die Wäsche in großen Rollwagen direkt anliefern lassen anstelle kleinerer Transportboxen? Standort A kann ohne Probleme mit großen Rollwagen beliefert werden. Die größten Hindernisse waren bei Standort B aufgrund der einzeln verteilten Unterkünfte die zu hohe Mindestbestellmenge und dass die Wäscherollwagen wegen der Treppen nicht in den Keller gebracht werden konnten.
Meine Lösung
In vielen Städten gibt es Selfstorage-Anbieter, bei denen man günstig Lagerräume mieten kann. Diese sind meistens ebenerdig erreichbar und problemlos per LKW belieferbar. Hierhin lasse ich nun die Wäschemenge für beide Unterkünfte liefern. Meine Minijobber-Reinigungskraft (hat ein Auto) holt einmal pro Woche die Schmutzwäsche aus den Unterkünften und beliefert sie mit frischer Wäsche aus dem Selfstorage-Lager.
Trotz zusätzlicher Kosten für Lager und Zusatzstunden der Reinigungskraft sind meine Wäschekosten nun immer noch deutlich günstiger als beim vorherigen Mietwäscheanbieter. Und ich habe endlich keinen Ärger mehr mit Nachbarn, Gästen oder nasser Wäsche.
Fazit
Du siehst: Viele Themen sind halb so wild, wenn man erst einmal weiß, worauf es ankommt.